Wenn sich Ende Februar Deutschlands beste Nachwuchs-Judoka zur nationalen Titeljagd treffen, ist Gänsehaut garantiert. Am 28.02 und 01.03.2026 wurde die Matte in Leipzig zur Bühne für das Highlight des Jahres in der Altersklasse U18: die Deutschen Meisterschaften. Rund 500 Athletinnen und Athleten rangen in ihren Gewichtsklassen um die begehrten Podestplätze.

Schleswig-Holstein war mit 13 Jungen und 7 Mädchen vertreten – mittendrin drei Qualifizierte vom PSV Eutin.

Den Auftakt aus Eutiner Sicht machte Fynn Evers in der  mit 29 Kämpfern stark besetzten Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm. Und gleich zu Beginn wartete ein dicker Brocken, Arthur Kremer aus Berlin, der spätere Deutsche Meister. Fynn zeigte von Anfang an, dass er nicht zum Staunen angereist war. Mit mutigen Aktionen und starkem Kampfgeist setzte er dem Kremer ordentlich zu, musste sich am Ende aber geschlagen geben.

Im nächsten Kampf hatte er es dann mit dem späteren Bronzemedalliengewinner Sou Grave aus Potsdam zu tun. Wieder hielt Fynn stark dagegen, brachte seinen Gegner mehrfach in Bedrängnis und verlangte ihm alles ab. Doch auch dieser Kampf ging verloren. Auch wenn es am Ende nicht für eine Platzierung reichte, machte Fynn den späteren Medaillengewinnern das Leben alles andere als leicht  und zeigte, dass er auf nationalem Niveau mithalten kann.

Am zweiten Wettkampftag betrat seine Schwester Josephine Evers die Matte in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm, mit 30 Starterinnen sogar noch etwas dichter besetzt. Sie legte mit einem souveränen Auftaktsieg gegen die Berlinerin Marie-Lou Dernbrecher los, danach ein weiterer Erfolg gegen Schiemann aus Wiesbaden.

Im dritten Kampf wartete mit Hannah Glauner aus Wermelskirchen die Top-Favoritin und spätere Titelträgerin. Josephine kämpfte konzentriert, mutig und mit klarem Siegeswillen, musste sich jedoch geschlagen geben. Wer nun einen Einbruch erwartet hatte, sah sich getäuscht. Gegen Mariia Kuzmina aus Chemnitz meldete sich die 17-Jährige eindrucksvoll zurück und sicherte sich den nächsten Sieg.

Der Kampf um den Einzug ins kleine Finale gegen Sophia Nebhuth aus Wiesbaden verlief dramatisch. Josephine dominierte weite Strecken und setzte die Akzente, doch am Ende entschied eine unglückliche Situation den Kampf gegen sie. Nebhuth wurde später Dritte. Bitter, aber bezeichnend, Josephine unterlag ausschließlich späteren Podestplatzierten und das jeweils denkbar knapp. Mit einem starken siebten Platz (die Plätze vier und sechs werden nicht ausgekämpft) bewies sie eindrucksvoll, dass sie zur erweiterten nationalen Spitze gehört. Kampfgeist, technische Qualität und Nervenstärke all das brachte sie auf die Matte.

Josephine bekommt keine lange Verschnaufpause. Schon in der kommenden Woche darf sie bei den Deutschen Meisterschaften der U21 erneut auf die Matte und dort ihr Können gegen die ältere Konkurrenz unter Beweis stellen. Der PSV Eutin drückt fest die Daumen und wünscht viel Erfolg für die nächste Herausforderung.

Als dritte Eutiner Athletin stellte sich Luna Gottdorf bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften der Konkurrenz von 27 Starterinnen. Premiere auf größter Bühne  und Luna wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Hochkonzentriert sicherte sie sich direkt einen Auftaktsieg gegen Isabelle Schächner aus Töging.

Auch Kristina Aschenbrenner aus Homburg bekam Lunas Entschlossenheit zu spüren und musste sich klar geschlagen geben. Spätestens nach dem taktisch klug geführten und über die volle Kampfzeit gehenden Duell gegen Gumru Islamzada war klar, Luna hatte etwas Großes geschafft. Mit Fokus und dem richtigen Gespür für den entscheidenden Moment zog Luna ins Finale ein.

Dort wartete mit der Thüringerin Vivian Marie Michi die Titelverteidigerin des Vorjahres. Luna kämpfte ambitioniert, mutig und ohne Respekt vor großen Namen. Am Ende musste sie sich geschlagen geben. Doch von „verlorenem Gold“ kann keine Rede sein. Vielmehr gewann sie Silber. Und das bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften.

Damit gehört Luna offiziell zu den besten U18-Judoka Deutschlands und hat eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht. Eine Medaille auf nationaler Ebene ist kein Zufallsprodukt sie ist das Ergebnis harter Trainingsarbeit und Stärke.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der PSV Eutin kann stolz auf seine Athletinnen und Athleten sein. Starke Kämpfe, knappe Entscheidungen gegen spätere Podestplatzierte und als Krönung eine Silbermedaille. Das sorgte nicht nur bei den Trainern, sondern auch bei den Trainingspartnerinnen und Trainingspartnern für große Freude.

Eutin war nicht nur dabei. Eutin war mittendrin. Und das ziemlich erfolgreich.